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Caritas

Öffnung mit flächendeckenden Tests verbinden

11.05.2020
Schon wenige Tage nach der Schließung ermöglichte das Altenheim St. Lamberti der Caritas Münster Kontake durch das Fenster. Jetzt kann nach neuen Möglichkeiten gesucht werden. Foto: Caritas Münster

Schon wenige Tage nach der Schließung ermöglichte das Altenheim St. Lamberti der Caritas Münster Kontake durch das Fenster. Jetzt kann nach neuen Möglichkeiten gesucht werden. Foto: Caritas Münster

In fast allen 205 Altenheimen der Caritas in der Diözese Münster sind laut Pressemitteilung die Besuche am Muttertag gut bewältigt worden - wenn auch mit hohem Aufwand, wie viele Heimleitungen rückgemeldet hätten. Um trotz der Öffnung den Schutz der Bewohner und Mitarbeitenden sicherzustellen, seien aber flächendecken Test notwendig.

Nach dem ersten Schreck über die Ankündigung des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministers Karl-Josef Laumann (CDU) am 5. Mai, dass die Altenheime zum Muttertag für Besuche wieder öffnen sollen , seien alle Angehörigen angerufen und über die geltenden Regelungen informiert worden, schreibt die Caritas in ihrer Pressemeldung. "Besuche waren und sind auch in der nächsten Zeit nur mit Anmeldungen und unter besonderen Schutzvorkehrungen möglich", erklärt Anne Eckert, Referatsleiterin Altenhilfe im Diözesancaritasverband Münster. Die meisten Angehörigen hätten Verständnis dafür gezeigt, dass nicht alle Besuche bereits am Sonntag möglich gewesen seien.
Um trotz der Öffnung den Schutz der Bewohner und Mitarbeitenden sicherzustellen, hält Eckert flächendeckende Tests auch in NRW für erforderlich. Mecklenburg-Vorpommern habe dies für 40.000 Bewohner und Pflegemitarbeitende angekündigt. Wenig Verständnis zeigt die Pflegeexpertin für die Rangelei um die Finanzierung, an der dies bislang scheitere: "Bevor wir über Kaufprämien für Autos weiter diskutieren und während wir Milliarden-Rettungsschirme für die Wirtschaft spannen, darf die Testung nicht an dem Streit scheitern, wer bezahlt".
Weiterhin seien die Bewohner in den Altenheimen besonders schutzbedürftig angesichts ihres Alters und der Vorerkrankungen. Deswegen müssten die Besuche von Angehörigen auch in den kommenden Wochen und möglicherweise Monaten unter strengen Schutzvorkehrungen organisiert werden.
In der Regel seien die Heime bei der Information der Angehörigen vor dem Muttertag auf Verständnis gestoßen. Einige hätten zugunsten anderer auf den Besuch am Sonntag verzichtet, berichtet Monika Manthey, Leiterin des Altenheims Maria Rast in Telgte. Ihr Fazit vom Muttertag: "Es war viel Arbeit, aber machbar. Für die betreffenden Angehörigen war es heute ein schöner Tag und eine wertvolle Begegnung mit ihren Liebsten." Vereinzelt habe es auch Unmut gegeben, wie Antje Tembaak aus dem Ludgerus-Haus in Lüdinghausen berichtet. Es habe im Vorfeld Beschimpfungen gegeben und Mitarbeitende seien am Telefon beleidigt worden. Trotzdem freuten sie und ihr Team sich sehr, dass Besuche wieder möglich seien: "Wir wissen, wie wichtig die sozialen Kontakte gerade auch für unsere Senioren sind". Dennoch betrachte man die Situation "mit viel Respekt und Sorge gerade um die uns anvertraute Risikogruppe", sagt Tembaak.

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