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Seniorenresidenz Rheinallee soll geschlossen werden, Eigentümer will Fortführung

30.09.2013
Schließung für Ende November angekündigt.

<paragraph align="right">Abb.: Systeam</paragraph>

Schließung für Ende November angekündigt.

Abb.: Systeam

Die Seniorenresidenz Rheinallee in Bad Godesberg soll Anfang Dezember geschlossen werden. Rund 60 Bewohner müssen umziehen, die Mitarbeiter sich neu orientieren. Die Geschäftsführung des Betreibers Systeam gegenüber CARE INVEST: "Im Sinne der Bewohner, die in der Immobilie nicht mehr angemessen betreut werden können, haben wir daher keine andere Wahl gehabt, als den Mietvertrag außerordentlich zu kündigen und den Betrieb einzustellen." Eigentümer PATRIZIA möchte "den Fortbestand der Rheinallee sichern. 

Tipp: Beim nächsten CARE INVEST-BusinessMeeting bildet das Thema Investor-Betreiber-Konflikt einen thematischen Schwerpunkt Infos: www.ci-bm.de

Die Seniorenresidenz Rheinallee ist ein Unternehmen der Systeam Senioren GmbH & Co. KG mit Sitz in Köln. Die Systeam Unternehmensgruppe betreibt seit 1998 Einrichtungen der Seniorenpflege und ambulanten sowie stationären medizinischen Rehabilitation. Geschäftsführende Gesellschafter sind Dr. Peter Herrmann und Wolfgang Naumann. Nach Angaben von Systeam hält das Unternehmen an der Rheinallee 78 in Bonn-Bad Godesberg insgesamt 75 Pflegeappartements in verschiedenen Preisstufen vor und bietet vollstationäre Pflege und der Kurzzeitpflege an.

Wie am Freitag verkündet wurde, soll das Haus bis Anfang Dezember geschlossen werden. Für Mitarbeiter wie Bewohner und Angehörige sei die Ankündigung überraschend gekommen, berichtet der "General-Anzeiger". Nach ersten Informationen sollen Auseinandersetzungen zwischen Eigentümer Patrizia und dem Betreiber der Grund für die Schließung sein.

Dazu teilen Dr. Peter Herrmann und Wolfgang Naumann gegenüber CARE INVEST mit: "Unser Unternehmen war seit dem Jahr 2009 Mieterin des Objekts Rheinallee 78 in Bonn Bad Godesberg. Unser Ziel bestand darin, eine Senioreneinrichtung des gehobenen Segments zu betreiben. Im Mietvertrag hatte sich die Vermieterin verpflichtet, bis spätestens zum 31.10.2011 im Objekt vorhandene Mängel insbesondere im Bereich des Brandschutzes zu beseitigen. Leider stellte sich heraus, dass die Vermieterin dieser Aufgabe nicht in der erforderlichen Weise nachkam. Die Arbeiten wurden bereits verspätet "fertiggestellt"  und nicht fachgerecht ausgeführt. Der von unserem Unternehmen eingeschaltete TÜV Rheinland und weitere von uns beauftragte Gutachter stellten nach dem angeblichen Abschluss der Brandschutzsanierung eine Reihe von schweren Mängeln der Arbeiten fest. Diese wurden von der Vermieterin trotz wiederholter und dringender Aufforderungen äußerst schleppend und nur teilweise beseitigt. Im Sinne der Sicherheit der Bewohner mussten ein Teil der  entsprechenden Maßnahmen von unserem Unternehmen beauftragt werden, da sich die Vermieterin weigerte, alle Arbeiten innerhalb der vom TÜV – Rheinland für erforderlich gehaltenen Fristen durchzuführen.

Das Verhalten der Vermieterin hat uns dazu gezwungen, wiederholt gerichtliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ein Teil der Mängel ist nach wie vor Gegenstand eines Beweissicherungsverfahrens.

Schon im Mai diesen Jahres hatten wir die Vermieterin auf die mangelhafte Entwässerung der Dachterrasse und Wassereintritte bei stärkeren Regengüssen hingewiesen und unter Fristsetzung aufgefordert, Abhilfe zu schaffen. Die Frist verstrich ohne Wirkung. Im Juni ereignete sich sodann ein Starkregen. Wie befürchtet, staute sich das Wasser auf der Dachterrasse und brach ungehindert ins Gebäude ein. Das Haus wurde bis in den Keller hinein vom Wassereinbruch betroffen. Das Wasser lief auch aus den abgehängten Decken u.a. in eine Elektroverteilung. Die herbeigeeilte Feuerwehr sperrte gefahrbedingt die Stromversorgung für das gesamte Haus. Durch den Wassereinbruch wurden Bewohnerzimmer  unbewohnbar. Nach und nach müssen aufgrund des Wasserschadens erneut Teile des Hauses geräumt werden, um die erforderliche umfassende Sanierung durchzuführen. Die Arbeiten werden sich noch Wochen und Monate hinziehen. Damit ist und bleibt unser Haus seit Jahren de facto eine Dauerbaustelle.

In einem der von uns bedauerlicher Weise zu führenden Rechtsstreitigkeiten wurde vermieterseits offen eingeräumt, dass unstreitig vorhandene Mängel vorsätzlich zum Teil nicht beseitigt wurden.

All dies führte zu der Erkenntnis, dass die Vermieterin entweder nicht willens oder nicht in der Lage ist, ihre vertraglichen Verpflichtungen zu erfüllen und eine seniorengerechte Immobilie zur Verfügung zu stellen. Unsere Bemühungen, das Objekt zu erwerben und selbst zu sanieren sind ebenfalls an der Vermieterin gescheitert. Auch unser Angebot an die Vermieterin, den Betrieb der Senioreneinrichtung zu übernehmen und auf diese Weise den Bewohnern einen Verbleib im Objekt zu ermöglichen wurde nicht angenommen.

 Wir mussten leider feststellen, dass angesichts des Verhaltens der Vermieterin dauerhaft kein ordnungsgemäßer Betrieb im Objekt möglich ist und wir nicht in die Lage versetzt werden, entsprechend unseres Konzepts, Senioren eine individuelle Betreuung in einer hochwertigen Immobilie anzubieten.

Im Sinne der Bewohner, die in der Immobilie nicht mehr angemessen betreut werden können, haben wir daher keine andere Wahl gehabt, als den Mietvertrag außerordentlich zu kündigen und den Betrieb einzustellen. Diese Situation, die für unser Unternehmen mit schweren wirtschaftlichen Verlusten verbunden ist, haben mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln zu verhindern gesucht, sind jedoch an der Haltung der Vermieterin gescheitert. Wir bedauern diese Entwicklung außerordentlich."

Auch Andreas Menke, Pressesprecher der PATRIZIA, nahm gegenüber CARE INVEST ausführlich Stellung:

"1. Zum Rechtsstreit mit dem Betreiber der Seniorenresidenz Rheinallee möchten wir uns in der Öffentlichkeit nicht äußern. Nur insoweit, dass es eine deutlich differenzierte Sichtweise unseres Hauses hinsichtlich der Beseitigung der Brandschutzmängel gibt. Nach unserer Bewertung sind wir mit der Beseitigung der Brandschutzmängel spätestens seit dem 31.05.2013 fertig.

2. Wichtig ist uns, festzuhalten, dass für die Bewohner nach Feststellung der Brandschutzmängel im Objekt durch unser Haus keine Gefahr bestanden hat, da alle notwendigen Arbeiten nach Vorgabe und Kontrolle durch einen Brandschutzsachverständigen von Fachfirmen ausgeführt wurden. Auch haben wir zeitnah nach Feststellung etwaiger Mängel eine automatische Brandmeldeanlage mit direkter Aufschaltung zur Feuerwehr eingebaut, welche nach wie vor im Objekt ist. 

3. Das Haus Rheinallee ist leider auch Opfer des Jahrhundertregens vom 20. Juni geworden, der viele Gebäude im Großraum Bad Godesberg stark beschädigt hat. Wir sind aber für alle Gefahren optimal versichert und haben sofort über den Gebäudeversicherer die Beseitigung der Wasserschäden eingeleitet. Die Versicherung hat entsprechende Aufträge umgehend erteilt und die beauftragten Fachfirmen sind seit geraumer Zeit an der Arbeit. Bewohner betroffener Zimmer konnten im Haus umgesiedelt werden. Wir sind bei Kooperation des Betreibers guter Hoffnung, dieses Thema bis Ende des Jahres vollständig erledigt zu haben.

4. Der Betreiber hat Anfang Juli 2013 außerordentlich sein Mietverhältnis gekündigt und als Ende des Mietverhältnisses 30.11.2013 gesetzt. Als Eigentümer der Seniorenresidenz haben wir ein großes Interesse daran, dass diese möglichst nahtlos weiter geführt wird. Mittlerweile konnten wir drei namhafte Betreiber von Pflegeimmobilien als potentielle Nachfolger dafür interessieren. Weiterhin erhielten wir alleine am heutigen Tage (30.9.) mehrere Betreiberanfragen. Wir hoffen sehr, dass der jetztige Betreiber kooperationswillig ist und vereinbarte Besichtigungstermine einhält, so dass sich die interessierten Betreiber ein eigenes Bild von der "Rheinallee" machen können. Für den Fall der Fälle gäbe es noch als letzte Möglichkeit, die eines Interims-Betreibers, der zum 1.12.2013 als Betreiber das Management der Pflegeeinrichtung übernimmt.

 5. Wir setzen darauf, dass beide Parteien ein gemeinsames Interesse haben, ihren Rechtsstreit nicht auf den Rücken der Bewohner und der Angestellten auszutragen, sondern den Fortbestand der "Rheinallee" im Sinne der Pflegebedürftigen zu sichern."

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