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09. Nov 2020 | Unternehmen

Schnelltests stellen Pflege vor große Herausforderungen

Mit Schnelltests sollen Bewohner, Personal und Besucher regelmäßig auf mögliche Corona-Infektionen geprüft werden. Doch die Umsetzung in der Praxis sorgt für Diskussionen.

Arno Schwalie, CEO von Korian Deutschland: "Ohne Schulungen und Genehmigungen lässt sich die Strategie nicht umsetzen." Foto: Korian

Korian Deutschland hat die nationale Teststrategie der Bundesregierung und die Einführung der Antigen-Schnelltests in Senioreneinrichtungen ausdrücklich begrüßt. Doch stelle die Umsetzung dieser Maßnahme Pflegeeinrichtungen und Mitarbeiter vor große Herausforderungen.

"Die nationale Teststrategie schreibt vor, dass Pflegekräfte durch Ärzte oder Mitarbeiter der Gesundheitsämter geschult werden müssen", sagt Arno Schwalie, CEO von Korian Deutschland. Darüber hinaus könnten Antigen-Schnelltests erst nach Genehmigung eines entsprechenden Testkonzeptes durch die Gesundheitsämter durchgeführt werden. "Ohne entsprechende Schulungen und Genehmigungen lässt sich die Strategie in den Pflegeheimen jedoch nicht umsetzen", so Schwalie weiter. Hierfür bräuchten die Betreiber von Pflegeeinrichtungen dringend eine Lösung. "Als Unternehmen tragen wir die Verantwortung dafür, weiterhin gleichzeitig größtmögliche Pflegequalität und Sicherheit zu gewährleisten", so der Korian-CEO. "Daher weisen wir nachdrücklich darauf hin, dass die aktuelle Teststrategie einen erheblichen Mehraufwand für unsere Pflegekräfte bedeutet. Wir appellieren an die Bundesregierung, mit uns gemeinsam an pragmatischen Wegen zu arbeiten, um Pflegekräfte an anderer Stelle zu entlasten und ihnen die notwendige Zeit für die Versorgung und Pflege der Bewohner zu ermöglichen."

Auch der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (BPA) hatte bereits  auf den Mehraufwand hingewiesen . "So ein Schnelltest nimmt für jede Person etwa 20 Minuten in Anspruch", sagte BPA-Präsident Bernd Meurer. Das summiere sich jeden Tag in den Heimen und bei den Pflegediensten zu vielen Stunden Arbeitszeit.

Auf begrenzte Kapazitäten in den Laboren für die Auswertung der Tests weist der Arbeitgeberverband Pflege (AGVP) hin. "Die Auswertung in den Testlaboren dauert skandalös lang", sagt AGVP-Geschäftsführerin Isabell Halletz. "Ohne ein priorisiertes Testverfahren für Pflegeeinrichtungen rücken Weihnachtsbesuche in den Pflegeeinrichtungen in weite Ferne."

Kritik kommt auch vom Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch. Die Schnelltests seien zwar der richtige Ansatz zur Prävention, "doch aktuell steht nicht mal das minimale Kontingent von monatlich 20 Antigen-Tests pro Heimbewohner zur Verfügung. Hier trifft Realität auf ministerielle Praxisferne."

Brysch betonte, der Einsatz von Schnelltests sei auf jeden Fall sinnvoll. Nur so könnten Personal und Besucher täglich auf ihre Ansteckungsgefahr überprüft werden. Doch reiche die Zahl der Testkits längst nicht aus. "Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) muss jetzt dafür sorgen, dass die Tests die 12.000 Pflegeheime erreichen. Denn sie sollen ja in erster Linie die Isolation beenden." (mit epd)

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