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16. Feb 2022 | Politik

Hessen: Pflegebedarf bis 2030 deutlich unterschätzt

Der künftige Pflegebedarf wird auch in Hessen offenbar stark unterschätzt. Laut dem Pflegereport der Barmer benötigt das Land 12.000 Pflegekräfte im Jahr 2030. Das sind 2.000 mehr als bisher erwartet.
Foto: Barmer
Martin Till, Landesgeschäftsführer der Barmer in Hessen: . Wenn nicht gesundheitspolitisch entgegen gesteuert werde, „droht der Pflegenotstand zur Pflegekatastrophe zu werden“.

Die aktuelle Prognose der Barmer geht für 2030 von einer Zahl von 455.000 Pflegebedürftigen aus. „Das sind rund 80.000 mehr als in vorangegangen Vorausberechnungen“, sagt Martin Till, Landesgeschäftsführer der Barmer in Hessen. Wenn nicht gesundheitspolitisch entgegen gesteuert werde, „droht der Pflegenotstand zur Pflegekatastrophe zu werden“. Till fordert, Pflegeberufe in den nächsten Jahren aus dem System heraus zu stärken. „Sonst steht neben Qualität und Bezahlbarkeit der Pflege auch die Gesundheit der Pflegekräfte auf dem Spiel.“

Der Mangel trifft sowohl die ausgebildeten Pflegefachkräfte als auch die Pflegehilfskräfte. Bis 2030 werden, so die Barmer-Studie, 5.000 zusätzliche Kräfte benötigt, 1.000 mehr als bisher angenommen. Bei den Pflegehilfskräften beträgt der zusätzliche Bedarf 2.000 Kräfte, doppelt so viele wie zuvor berechnet. „Das zeigt, dass wir einen massiven Ausbau der Pflegeschul-Kapazitäten benötigen“, sagt Ralf Geisel, Landesvorsitzender des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste BPA. Das Problem betrifft nicht nur Hessen: Auch im benachbarten Baden-Württemberg hat die Barmer in ihrem Pflegereport auf den drohenden Personalmangel hingewiesen.

Barmer-Landeschef Till fordert nun von der hessischen Landesregierung, ihrer gesetzlichen Verpflichtung zur Sicherung der pflegerischen Infrastruktur nachzukommen und ein entsprechendes Förderprogramm aufzulegen. „Jährlich fällt in Hessen ein Betrag von mehr als 330 Millionen Euro für struktursichernde Investitionskosten an“, rechnet Till vor. „Diese Kosten tragen aktuell die Pflegebedürftigen in Hessens stationärer Vollzeitpflege.“

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