Politik

Arbeitgeber und Ausbildungsboom

Der Arbeitgeberverband Pflege warnt vor einer Überbewertung des Ausbildungsbooms in der Pflege, nachdem bekannt wurde, dass 2024 insgesamt 59.400 Menschen eine Ausbildung zur Pflegefachkraft begonnen haben.

AGVP-Präsident Thomas Greiner will auch angesichts des Ausbildungsbooms Fachkraftquoten und Personalsschlüssel ändern. Foto: AGVP

„Der Boom nutzt nichts, wenn am Ende leere Betten bleiben, weil Fachleute durch Quoten und Personalschlüssel ausgebremst werden“, sagt Thomas Greiner, Präsident des Arbeitgeberverbands Pflege (AGVP). Dass Pflege der beliebteste und am besten vergütete Ausbildungsberuf ist, nennt Greiner „ein starkes Signal“. Der Effekt verpuffe aber, „wenn gut ausgebildetes Personal nicht sinnvoll eingesetzt werden darf und Pflegebedürftige die Ausbildungskosten mittragen müssen“.

Fachkraftquoten und Personalschlüssel sind für Greiner ein „Ausdruck des Misstrauens“ und verhinderten Eigenverantwortung, Flexibilität und mehr Pflegeplätze. „Wer mehr Versorgung will, muss der Pflege endlich vertrauen.“ Das Statistische Bundesamt hat kürzlich aktuelle Daten zur Ausbildungssituation in der Pflege veröffentlicht. Demnach haben 2024 – wie CAREINVEST Online hier berichtete – 59.400 Menschen einen Ausbildungsvertrag als Pflegefachkraft unterschrieben, 21.000 von ihnen in einer stationären und 6.700 in einer ambulante Pflegeeinrichtung.