Politik

Jeder zweite Pflegebedürftige in Niedersachsen erhält keine professionelle Pflege

Neue Pflegestatistik: Im Dezember 2015 erhielten in Niedersachsen 317.568 Personen Leistungen nach SGB XI. Damit ist die Zahl der Leistungsempfangenden gegenüber dem 2013 um insgesamt 10,2% gestiegen. Über 46% davon erhalten keine professionelle Pflege und Betreuung. Mit der Ausweitung des Kreises der Anspruchsberechtigten nach PSG II wird die Zahl in diesem Jahr weiterhin deutlich zunehmen. Die Pflegeanbieter müssen sich auf stark steigende Nachfrage einstellen.

- Hier finden Sie die   Tabelle mit detaillierten Informationen zu den Leistungsempfängerinnen und -empfängern nach Art der Leistung für die kreisfreien Städte und Landkreise

Wie das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) mitteilt, waren knapp 318.000 Niedersachsen Ende 2015 pflegebedürftig, über 10% mehr als noch 2013.

Über 46% davon erhalten keine professionelle Pflege und Betreuung. Ausschließlich Pflegegeld gezahlt wurde für insgesamt 146.377 Personen, die in der Regel allein durch Angehörige betreut wurden (Anm.d. Red.: …oder durch eine osteuropäische Betreuungskraft im Wege der staatliche geförderten Schwarzarbeit).

Weitere 79.651 Pflegebedürftige erhielten – zumindest ergänzend – Hilfe durch einen ambulanten Pflegedienst. Damit lag der Anteil der Pflegebedürftigen, die zu Hause betreut wurden, bei 68,6%.

In stationären Pflegeheimen wurden 103.305 Frauen und Männer betreut, darunter 11.765 Pflegebedürftige in teilstationärer Pflege. Diese Personen werden bei der Gesamtzahl der Pflegebedürftigen nicht mitgerechnet, da sie in der Regel auch andere Leistungen nach dem SGB XI erhalten und somit sonst doppelt gezählt würden.

Höchster Zuwachs Pflegestufe I: Über 60% der in den eigenen vier Wänden gepflegten Frauen und Männer waren als erheblich pflegebedürftig eingestuft (Pflegestufe I). Bei den Pflegebedürftigen mit Unterstützung durch einen ambulanten Pflegedienst traf dies auf 61,7% zu und bei den Pflegegeldempfangenden lag der Anteil bei 67,9%. Von den Pflegebedürftigen in einem stationären Pflegeheim erhielten 39,7% die Pflegestufe I.

Im Vergleich zu 2013 erhöhte sich die Zahl der Pflegebedürftigen in der Pflegestufe I mit ambulanter Unterstützung um 21,7%, bei den Pflegegeldempfängern stieg die Zahl um 12,8% und in stationärer Pflege um 6,8%.

Weniger als ein Zehntel der Pflegegeldempfangenden (6,7%) und der ambulant Betreuten (9,2%) erhielten die höchste Pflegestufe für Schwerstpflegebedürftige (Pflegestufe III). In Pflegeheimen stellte diese Gruppe 20,4% der Pflegebedürftigen.

Im Vergleich zu 2013 stieg die Zahl der Schwerstpflegebedürftigen die Pflegegeld bezogen um 7,1% an, die Gruppe der ambulant Betreuten um 8,1% und die Gruppe der in stationären Pflegeheimen lebenden Personen um 6,6%

Hier finden Sie eine   Tabelle mit detaillierten Informationen zu den Leistungsempfängerinnen und -empfängern nach Art der Leistung für die kreisfreien Städte und Landkreise